Freitag, 29. März 2002

Exper-I-ment: FÜNF RÄUME


Ex per-I ment: FÜNF RÄUME

R.#1
einsam
flimmern
flattern
objekte
buch koffer
wahrheit
eslebe
kampf
seele
einsam
regym
sturz
resignation
stille
schweigt
flattern

R.#2
sind dich
in sand
fremd
fliegen
flucht
klang
geruch
gang
betrachten
turist
singen
schwebend
boden
sand
phantasie
egzotisch
horizontal
warm

R.#3
polarität
schrei
gesang
ungeachtet
repression
urlauten
lauten
gesänge
schwarz
weiß
unterdrückt
mustern
geschlecht
kampf
repressiv
frau religion
mann
gesang
entwickelt
sein
ausbruch



R.#4
zukunft
hygen
schmerzt
allein kühl
kalt
gefroren
mensch
fremd
abstosen
verlust
orientierungsverlust
raumverlust
körperverlußt
hart


R.#5
black
rthyhme
überlappen
welt world
schwarz mtv
kind weiße
kolonial
darstellen
sein musik tv
welt
kontinent
blackman

Ukio: Das bewusste erleben des Augenblicks lindert den Schmerz über die Vergänglichkeit.

ex per I-ment Film:
FÜNF RÄUME



A. Meine Entwicklung zum Medium Film
1. Reproduzierbarkeit von ’Baby Ich’
2. Menschengeschichten in Archiv Gottes
3. Besondere Momente für Wiedergabe
4. Wahrnehmung der Kamera und der Ich überlappen sich
5. Ex per I-ment Film: Fünf Räume

B. Ex per I-ment Film: Fünf Räume
1. Motivation
1.1. Die Kraft des Mediums Film bei Räumlichkeiten zu schaffen
1.2. Gedanken, Gefühle, Gesänge und Bewegungen zu reagieren
1.3. Die Eignung der Video-Räume für Ex per I-ment
2. Zielsetzung
2.1. Learning by doing
2.2. durch den ICH / I filtern
3. Experiment
3.1. Was ist “Experiment”, “experimentieren”?
3.2. Bedeutung des Experiments
3.3. Experimenteller Film
3.4. Ex per I-ment
4. Subjektive Wahrnehmung
4.1. Wahrnehmung
4.2. Wahrnehmung des Ichs
4.3. Wahrnehmung der Kamera
4.4. Wahrnehmung in Bewegung
5. Zeit und Raum in Beziehung zum Film

C. Phasen des Projektes
1. Vorarbeiten
2. Shooting
3. Schnitt und Montage

D. Die “Fünf Räume”
1. R. #1 stille schweigt einsam
2. R. #2
3. R. #3
4. R. #4
5. R. #5

E. Schlussfolgerung

A. Meine Entwicklung zum “Medium Film”


1. Reproduzierbarkeit von Baby Ich
Es war in der Zeit, als ich noch in der Grundschule war; wohl in der ersten oder zweiten Klasse, als die Erzählungen meiner Eltern über meiner Babyalter mich berauschten. Wenn man in einer Familie aufwächst, in der man die Erinnerungen aus jenen Zeiten erzählt bekommt, welche man selbst nicht kennt, neigt man anscheinend zu einer Phantasiewelt die sich von “jetzt” löst.
Sie sprachen vom süßesten Wesen der Welt, welches mir viel näher stand als die Charaktere von Kinderfilmen. Doch war ich unfähig mich in meiner Babyalter zurückzuversetzen, mich selbst in einem vergangenen Alter kennenzulernen und mit dem Baby-Ich zu spielen.
Ich wünschte mir viele Bilder aus der Zeit, die nicht mehr produzierbar waren. Ich fand es schade, dass meine Eltern, um Filme von mir zu haben, mich nicht in Kinderfilmen spielen ließen.
Und irgendwann bin ich zu kleinen, lebenden, dreidimensionalen Fingerfiguren von mir gekommen. Die, um mit mir zu spielen, immer bei mir sein sollten. Die beim Älterwerden, in unterschiedlichsten Phasen von, sich immer mehr vermehrten, und mich mit mir immer weiter leben lassen sollten. Ich liebte diese Idee. So hatte ich auch eine lange Zeit ein ganz enge Freundin. Ein kleines Baby-Ich, das vor allem wenn es mir langweilig war, um mich herum lebte.
Leider haben sie sich nie vermehrt, wahrscheinlich weil ich nie von meiner Sicht heraus eine deutliche Veränderung in meinem Sein erlebt habe, die mich zu eine Kopie von dem Vorigen, motiviert hätte. Ein deutliche Änderung war nur zwischen dem Baby-Ninel und der Erwachsenen mit acht Jahren, die ihre frühere Geschichte nur aus Erzählungen aufbauen konnte.
So hatte ich eine kleine virtuelle Welt für mich und mein Baby-Ich.


2. Menschengeschichten in Gottes Archiv
Ein anderes Gefühl, bei dem ich paar Jahre später hängen geblieben bin, war die Vergänglichkeit der Zeit. Vielleicht nicht wie bei meinen Babyjahren unbewusst, aber das “Jetzt” löste sich trotzdem ständig in das Vergangenheit. In langweiligen Unterrichten wusste ich nicht, ob ich mir wünschen sollte, die Zeit möge schneller fließen, oder nicht? Ich fragte mich, wovon die Geschwindigkeit der Zeit abhängig sei, weil sie mir nicht immer gleich schien.
Als ich in Mathematik Unterricht den ’Durchschnitt’ lernte, war die Antwort gefunden: Der Durchschnitt der Wünsche aller Menschen auf der Erde musste das Entscheidende sein.
In der vierten Klasse habe ich den Begriff von Ahiret günü - das totale Ende des Lebens auf der Erde- in Religionsunterricht kennen gelernt. Alle Menschen sollten am Ende des Lebens vor Gott stehen und auf einer riesigen Leinwand ihre eigene Geschichte wie in ein Film zu sehen bekommen.
Ich war überglücklich bei diesem Gedanken, dass ich zumindest noch einmal mein ganzes Leben zu sehen bekommen würde. Ein Film, in dem ich noch mal mein Leben würde miterleben können! Gegenüber der Vergänglichkeit des Lebens hatte es mich beruhigt, dass der Lieber Gott, in seinem Archiv auch mein Leben als Aufzeichnung hätte.



3. Besondere Momente für Wiedergabe
Es gibt Momente im Leben, die sich vom Rest abheben und etwas Überirdisches in sich bergen. Immer wieder, ein paar Sekunden oder Minuten. Diese machen für mich das Leben lebenswert und haben die Kraft mich in einen Lebensrausch zu ziehen.
So habe ich mir ziemlich bewusst vorgenommen, diese Momente in meinem Gedächtnis aufrichtig aufzuzeichnen. Man kann es fast trainieren nennen, wie ich mit fünfzehn angefangen habe, meine besondere Momente mit Bild und Ton zu speichern: um sie immer wieder in mein Leben hinein zu rufen und dieses Gefühl, auf der Welt gut und glücklich aufgehoben zu sein, mehrmals zu steigern.
Die Wiedergabe einzelner Fragmente von Erlebnissen, die mir in unglücklichen Zeiten Hände reichten.
4. Wahrnehmungen der Kamera und Ichs überlappen sich
Meine erste Begegnung mit der Kamera ist auch einer der Momente den, ich in meinem Gedächtnis aufzeichnen musste. Ein Jahr bevor ich diese Auseinandersetzung hier angefangen habe, hatte ich die Gelegenheit bei einem Filmprojekt teilzunehmen, wo ich die Kamera zum ersten Mal in der Hand hatte, durch den Sucher sah und Aufzeichnungen machte. Die Kamera hatte Wahrnehmungen(!), die meinen ziemlich überlappten. Eine Art von Authentizität. Und ich konnte sie immer wieder wenn ich wollte wiedergeben. Das Gefühl von Macht und Authentizität hat mich gleich gefesselt. Die Themen mit denen ich mich im früheren Alter auf der abstrakte Ebene beschäftigt hatte, tauchten auf einmal mit der Hilfe eines Geräts im realen leben auf.


5. Ex per I-ment Film: Fünf Räume
Als ich im August 1999 die Ausstellung Video Cult/ures im Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe, im Rahmen des Seminars “Tanz, Raum und Kommunikation” besuchte, wusste ich, das es für mich die Zeit und der Ort war zu filmen.
Die Räumlichkeiten dieser Ausstellung waren für mich sehr geeignet, weil sich unterschiedlichste Gefühls- und Kulturwelten ziemlich nah beieinander befanden.
Die Kraft der Film verschiedene Räumlichkeiten zu schaffen war verlockend.
Ich, als Betrachter, hatte Gedanken, Gefühle, Gesänge und Bewegungen, mit denen ich auf die Werke reagierte.






B. Ex per I-ment Film: Fünf Räume

1. Motivation
    1. Die Kraft des Mediums Film Räumlichkeiten zu schaffen
Obwohl die Räumlichkeiten die Videos der Videokünstler auf der Ausstellung ‚Video Cult/ures’, in der Dimension ziemlich ähnlich waren, waren zwischen den vier Wänden Welten unterschiedlichste Welten verborgen. (Die Kraft der Film Räumlichkeiten zu schaffen war verlockend.) Auf den kleinsten Feld stand ein Weltausstellung zur Verfügung. Das war die erste Eigenart der Ausstellung, die in mir was bewegte.


1.2. Gedanken, Gefühle, Gesänge und Bewegungen zu reagieren
Das zweite, welches die Motivation für den Produktions- eines Filmprojektes bei mir auslöste war, dass ich auf diese Werke der Videokünstler gern reagiert habe, mich in einem Dialog mit einigen von ihnen empfunden habe und all dies festhalten wollte.
Ich, als Betrachter dieser Werke, den ich am nahesten kenne, hatte Gedanken, Gefühle, Gesänge und Bewegungen zum Reagieren.

In einem Raum war ich leise und still. Hatte ein Wahrnehmungsablauf der zerhackt war. In dem anderen einen der fließt. In einem habe ich meine Schritte gehört, in dem anderen wollte ich singen. In einem war ich eine von den Frauen, die die Videokünstlerin mit einem Symbol darstellte und wollte mich dazu stellen. In dem andere, war ich ein Außenstehender der nur mittanzen wollte.
Und gerade das, meinte ich, ist ein guter Anlass um das Medium Film einzusetzen.


1.3. Die Eignung der Räumlichkeiten für “ex per I-ment”
Die Räumlichkeiten der o.g. Ausstellung waren für mich sehr geeignet, weil sich die unterschiedlichsten Gefühlswelten ziemlich nah beieinander befanden. Die weit Auseinender liegenden Eigenschaften der Werke, die zudem aus unterschiedlichsten Kulturräumen stammen, waren mir bei der Aufgabe, eine wichtige Hilfe. Die deutlichen Unterschiede im Ausdruck der Räumlichkeiten waren für mich gute Experimentieraufgaben. Feinere Unterschiede im Film übersetzen zu wollen, würde den ersten Kontakt mit dem Medium nur erschweren, und das ´learning by doing´ nicht effektiv ablaufen lassen.



2. Zielsetzung
2.1. Learning by doing
Das Projekt “Exper I-ment Film: Fünf Räume”, ist für mich der erste aufrichtige Kontakt zum Medium Film, den ich als Darstellungsmöglichkeit Räumlichkeiten auf der abstrakter Ebene kennenlernen wollte.
Ich wollte experimentieren, um das Neue kennenzulernen, und die Möglichkeiten dieses Mediums durch „learning by doing“ zu erfahren.


2.2. Durch das Ich filtern
Ziel dieser Arbeit ist, die Gefühlserlebnisse in einer Räumlichkeit, die in diesem Fall von Videokünstlern geschaffen wurden, durch mein eigenes ICH zu filtern und meine Eindrücke wiederum mittels des Mediums Film, auszudrücken.
Es ist schwer von einem ganzheitlichen Konzept zu sprechen, denn da ist auch kein Grund dafür, wenn man diese Arbeit als Kennenlernen eines ´neuen´ Mediums versteht. Da stehen zweckmäßige, ziemlich pragmatische Überlegungen im Vordergrund. Trotzdem war es mein Ziel, neben den technischen Möglichkeiten gleichzeitig anzufangen, mit der Umsetzung meiner subjektiven Wahrnehmungen, Film auch als gestalterische Ausdrucksform zu benutzen.




3. Experiment
3.1 Experiment: -wissenschaftlicher Versuch
-Versuch, Wagnis: gewagtes, unsicheres Unternehmen vonden man nicht weiß, wie es ausgehen wird. (ob gut oder schlecht)

3.2. Die Bedeutung des Experiments
Ich finde es wichtig, gestalterische Prozess –sei es Architektur, Film, Plastische Künste...etc.- aus dem Experiment entstehen zu lassen. Man sollte bereit sein, dem gedanklichen und gestalterischen Experiment Raum zu geben. Ein Experiment richtet sich einem vorformulierten Ablauf, sondern entsteht aus einem emotionalen Bedürfnis heraus, das man zulassen, und dessen Eigendynamik man nutzen sollte. Mit Experimentieren werden nicht nur Prozesse angestoßen, sondern es wird auch die eigene Persönlichkeit entdeckt.


3.3. Experimentalfilm: Avantgardefilm
Sammelbeziehung für künstlerische, nicht kommerzielle Filme, die meist die Spieldauer von Kurzfilmen haben und formal von avantgardistischen Kunstrichtungen beeinflusst sind.
(Eine Renaissance erlebte der Experimentalfilm im Undergroundfilmen)

3.4. Ex per I-ment
Mit ’ex per I-ment’ meine ich nicht die Bedeutung des Wortes ‘Experiment’, die man im wissenschaftlichen Bereich gebraucht. Für mich bezeichnet dieses Wort das Kennenlernen eines unbekannten Mediums, nicht mit Hilfe einer Gebrauchsanweisung, sondern mittels der praktischen Auseinandersetzung mit ihm selbst. Man könnte meinen, dass das Herausgearbeitete viel einfacher durch die schonexistierenden Bücher über Filme erlernbar wäre, und es nicht nötig sei das Rad noch einmal zu erfinden.
Nein, ich meine das Rad wieder erfinden zu dürfen, ist in einer Entwicklung ganz wichtig; und gerade das wollte ich in meine Entwicklung mit einbauen.

Heute bin ich überzeugt, dass ich die richtige Wahl getroffen hab, indem es mir wichtiger war, statt die technischen Eigenschaften, Möglichkeiten und Qualitäten zu beherrschen, Wahrnehmungen, Eindrücke und Gefühle zu übersetzen. Ich beschloss wie ein Kind zum ersten Mal mit einem Stift in der Hand, mit der Kamera einfach anzufangen.

Das experimentelle Herangehen, mit dem ich ein ganz neues Medium kennen lernte, bedeutet für mich auch gleichzeitig, sich mit der Frage des Schnitts und der Montage zu befassen. Ich wusste nicht was mich erwartete, was für Möglichkeiten mir zu Verfügung stünden und wie weit ich fähig wäre, dies in den Griff zu bekommen. Alles war für mich ungewiss und ich sprang einfach in dieses unbekannte Wasser.





4. Subjektive Wahrnehmung

4.1 Wahrnehmung
Prozess, in dessen Verlauf ein Organismus auf Grund von physikalischen und chemischen Reizen, vermittelt durch seine Sinnesorgane und aufbereitet nach spezifischen Gesetzmäßigkeiten, eine anschauliche Repräsentation der Umwelt und des eigenen Körpers herstellt.


4.2 Der Wahrnehmungsbegriff in seiner Erweiterung bezieht auch das Denken, Fühlen und Empfinden ein, mit dem der Bedeutungsinhalt eines Gegenstandes erfasst wird.
Das Sehen präsentiert die innere Sehweise, das Bewusstsein interpretiert.
Die Wahrnehmung erfasst das Gesehene / das Erlebte einerseits bildhaft - emotional, andererseits formal - informativ. Beide Vorgänge, Bild und Bedeutung, sind stets aneinander gekoppelt, und sie werden mit dem bislang vorhandenen Repertoire von Kontext, Kenntnissen und Erfahrungen ins Bewusstsein eingeordnet.
Das Erkennen von Inhalten wird stark von persönlichen und beruflichen Faktoren beeinflusst; wie ich eingangs darstellte, waren es bei mir Vorprägungen aus meiner Kindheit und Jugend, überwiegend also die Beziehung zu meiner Familie, meiner engeren sozialen Umgebung, und natürlich aus meiner eigenen körperlichen, geistigen und sinnlichen Konstitution.
Auch kulturelle / religiöse Prägungen können dazu führen, dass das Wahrnehmungsspektrum verschoben wird, d.h. dass das Interesse bestimmte Zusammenhänge intensiver wahrzunehmen sind als die Andere.


4.3. Die Wahrnehmung der Kamera
Die Authentizität der Aufzeichnung der Kamera ist ein sehr starkes Phänomen. Aber ebenso, der Glaube des Menschen an diese Aufzeichnungen. Es ist als hätte die Menschheit ein Urglaube für die virtuelle Welt. Wir neigen dazu, uns auf diese Pseudo-Welt einzulassen, ohne viel nachzufragen. Dies ist von der Menschheit den Filmemachern gegebene Macht. Die sich ständig steigernden Möglichkeiten der Manipulation –macht auf bewegte Bilder, die Macht auf Menschen haben- entwickelt sich zu einen sehr sensiblen, philosophischen und moralischen Gebiet. Bewegte Bilder, die sich auch in der dreidimensionalen Ebene immer mehr zeigen lassen werden, sind ein Konkurrenz für die Realität selbst. Wie eine Alternative, so auch eine Flucht. Meiner Meinung nach ist diese Werkzeug, das alles aufzeichnet, archiviert und irgendwann, aber auch im selben Moment wiedergabefähig ist, unterstützt von der Computertechnologie, das Werkzeug des neuen Jahrhunderts.


4.4 Zeit und Raum im Beziehung zur Film
Wie alles, stehen auch Architektur und Film in einer wichtigen Beziehung zur Zeit. Architektur zu machen, bzw. einen Raum zu schaffen ist ein Signatur auf der Zeitachse. Ein materiell gewordenes Konzept, das mit der Umarmung seiner Erlebender eine Bühne ist.
Ich gehe von dem Menschen aus . So ist die Zeit für mich, relativ zu einem Menschenleben definierbar. Architektur hat relativ zu einem Menschenleben oft ein längeres Lebensdauer
-eine Dauer die relativ zu einem Menschenleben ziemlich lang ist –. Bei Film ist es dies viel kürzer.
Film ist zwar immer wieder wiedergabefähig, kann vielleicht auch unter Umständen viel länger leben als Architektur, hat aber ein viel schwächere Präsenz.

Raum ist ständig da, umraumt Menschen, und wirkt auf sie.
Film ist nicht immer da. Doch hat er eine Eigenschaft von Wiedergabefähigkeit.
Film gleicht eher der Wahrnehmung eines Menschen in einem bestimmten Raum.
Kamera ist eher eine Auge. Eine Auge, das wahrnimmt.
Dies Wahrnehmung kann auch als ein Auge von Menschenmassen dienen.
Beim Film ist die Zeit viel entscheidender. Weil er sich auf einer Zeitachse aufbaut.


Welche Rolle spielt der Begriff Raum?
Raumwahrnehmungen verbindet man immer mit einer emotionalen Empfindung, mit der sich ggf. auch ein höherer Sinn mitteilt. Aus diesem Zusammenhang heraus kann deshalb davon gesprochen werden, Raum sei schön, hässlich, bedrohend, beruhigend etc., weil wir nicht nur auf die Dimension sondern auch auf die Wirkung des Raumes reagieren. Zwar wird immer räumliche Zusammenhänge und deren Wirkung auf den Menschen zu ergründen, doch aus Gründen der Komplexität sind einfache Antworten, geschweige denn einfache Folgerungen problematisch. Aus kreativer Sicht wäre es höchst bedauerlich, wenn Raumgestaltung und ästhetische Wirkung gewissermaßen aus Tabellen ableitbar wären. Trotz aller philosophischer und wissenschaftlicher Ergründung, die zum Verstehen unverzichtbar ist, muss es eine existenzielle Aufgabe des Menschen bleiben, seine Raumvorstellung in seiner Zeit und für seinen Ausdruck subjektiv und intuitiv zu entwickeln.
Welche Rolle spielt der Begriff Zeit bzw. Bewegung?
Alles was wir sehen ist nur ein Bild. Reihen von Bildern. So ist auch die Wahrnehmung von Architektur, nur Bilder die nacheinander Folgen. So erleben wir am Bildschirmen, ständig Räumlichkeiten, die wir zwar zwei dimensional wahrnehmen, aber dreidimensional bearbeiten. Mit bewegten Bildern auf den Bildschirmen werden wir in kommenden Jahrzehnten unsere Erleben von Raum definieren müssen. Erweitern oder verengen, aber doch abhängig von dieser Medium ein großer Teil unsere Leben definieren.






C. Phasen der Projekt

Die Umsetzung der subjektiven Wahrnehmung mit der Medium sollte man im Grunde in zwei teilen. Das ist “The shooting” and “Cut and montage”.
Natürlich sollte man die Vorarbeiten bei einer Film gar nicht unterschätzen, doch habe ich bei diesem Projekt die Vorarbeiten nicht mein Schwerpunkt gerichtet.
  • Vorarbeiten
  • The shooting
  • Cut and montage
In diesem Projekt basieren die Vorarbeiten, auf die Besichtigung der Räumlichkeiten und das Klären vom Kamerastandpunkten, den Lichtverhältnissen und den gegebenen Größenverhältnissen. Die Übersetzung basierte erstens dominierend auf der Positionierung, Stellung und Ablauf der Kamera. Dazu wird in den einzelnen Beschreibungen Näheres gesagt. Zweitens wollte und musste ich mich auf die Werke einlassen, also die Teilnahme meines Ichs und die der Darstellerin in der Reaktion auf diese semivirtuellen Räumlichkeiten. Dabei versuchte ich abstrakte Begriffe einer Filmsprache zu übersetzen. Die abstrakten Vorstellungen, die durch meine eigen Wahrnehmungsprozess bewusst wurden (zum Definition kamen), sollten in der Vorbereitungs-Phase zum Ausdruck kommen. All das Gesuche und die Entdeckungen entstanden durch das ´Rankommen´, das ich gerne ´Experiment´ nenne.



D. Die FÜNF Räume
Wie jedes Buch sich mit seinen Lesern zu vervollkommnet, vervollkommnet sich auch jedes Kunstwerk erst mit seinen Betrachtern. Das Weiterleben der Impulse im Gefühls- und Gedankenleben der Zuschauer ist für mich fast so wichtig wie der Werk selbst.
Die Dialog zwischen den Zuschauern und Kunstwerken bzw. den Künstlern sollte deswegen interaktiv sein.

Die Fünf Räume, auf denen meine Filme basieren, entstammen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, und vermitteln auch unterschiedliche Mitteilungen. Die Wahrnehmung des Ichs sind auch bei ziemlich unterschiedliche Entschlüsslungen gelandet. Wenn man von den Zweck von den ganzen Films zu den einzelnen Teilen runter zoomend, erreicht man ein ganz anderen Umgang mit dem Thema. Auf einmal verschwindet der Pragmatismus. Und das Gefühls-, Gedanken- und Wahrnehmungs- betonte Ich taucht auch in eine Reaktion zu den unterschiedlichen Werken der Videokünstlers ein.

Die einzelne Räume werden hinsichtlich folgender Aspekte erklärt:
a. Die Abstrakte Definition von Empfindungen in Räumen
b. Die Teilnahme des Darstellers
c. Die Kamerastellung und -Führung
d. Die Schnittentscheidungen
e. Die Entdeckungen

Neben bei sind die Räumlichkeiten der FÜNF RÄUME mit Skizzen dargestellt, um die Ähnlichkeit der Räume was die Pläne angeht ins klare zu stellen.
Die vier Räume, außer der zweite Raum, hat den gleichen Eingang zu den Werken, wie es auch bei den Videowerken üblich ist, um das Außenraum von den Werkinneren zu trennen. Bei den ersten und letzten Räumen sind nur ein Wand als Projektionsfläche benutz. Da basiert der Räumlichkeit, bzw. die Dreidimensionalität nicht auf den Videos. Bei den dritten sind die Projektionsflächen die gegenüberstehenden Wänden. Die Projektionsflächen in den vierten Raum sind über Kopfhöhe freistehend, nach innen gekippt gerahmte Textile.

#1
stille schweigt einsam

Ein Flakkern begleitet den ganzen Film.
Das ist das Symbol für eine Unruhe, die sich im Laufe des Films allmählich beruhigen wird.
Am Anfang ist der Frequenz dieses Flakkerns viel höher,
es wird dann immer kleiner und am Ende passt sie sich dem Rhythmus des Liedes an.
Diese Unruhe wird definiert durch die Szenen des Films und mit diesen das ganze Film begleitende Flakkern.
Das Video Werk von Dan Mihaltianu ist ein Raum von einem der einsam ist.

Er ist bedrückt.
Bedrücktheit wegen einer ungewissen Lage.
Die Zukunft, wie auch die Vergangenheit
schweigt,
bietet keine Träume, keine innigen Wünsche.
Er selbst schweigt auch.
Hat nichts zu sagen.
Er ist in diesem schweigen immer mehr erschöpft.
Er bewegt sich kaum.
Und wenn, dann sehr langsam,
ruckartig und abgehackt.
Seine Wahrnehmung fließt nicht,
sie ist eher fragmentarisch.
Seine Wahrnehmung fokussiert auf Objekten,
und wird da blockiert.
Er lebt kalt,
fühlt das aber nicht,
wie auch keine Wärme als Hoffnung.
So weint er auch nicht.
Es ist als wären diese Momente die einzigen und für ewig.
Er ist zwar in diesem Raum nicht gefangen,
und doch ist er gefangen in halbwahrer Sicherheit,
wie auch seine Seele.
Nur das Fenster
-Window-
des Raumes ist ein Öffnung zur Welt.
Und das Radio,
das seinen Alltag begleitet.
Das ist sein Kommunikation mit seinem eigenen Leben,
für mehr hat er auch nicht die Kraft.

Um diese Bedrücktheit mit der Kamerastellung einzufangen ist es entschieden, dass die Kamera ’als Betrachter’ den Darsteller dominierend von oben herab aufnimmt.
Die Darstellerin soll sich sehr langsam bewegen oder überhaut nicht.
Eine Traurigkeit soll herrschen.
Kein Enthusiasmus.
Das Grundgefühl des Bewohner dieses Raumes soll erzeugt werden.
Er soll introvertiert erscheinen, doch mit einer Selbstverständlichkeit.
Traurigkeit,
wie auch Einsamkeit,
die vielleicht auch das Leben selbst geworden sind,
sollen für ihn nicht unbedingt schmerzhaft sein.
Dieser Schmerz ist ihm zumindest nicht bewust.
Am Anfang ist kein Ton da,
sie steht am Rande des Bildschirms, und das Fenster verläuft durch der Hälfte des Bildes.
Ein Szene, wo sie still ist und schweigt.
Der Zuschauer fragt sich,
ob da wirklich kein Ton ist,
oder ob dies Absicht sei.
Diese Szene soll das Grundgefühl für das ganzen Raum
darstellen.
So ist die innere Haltung des Darstellers
durch seine Position auf dem Bildschirm
und durch die Stellung der Kamera zum Ausdruck gebracht.
Mit der gleichen Szene soll mein Film auch zu Ende gehen.
Damit wird dieser Raum auch auf der Zeitachse des Filmes geschlossen.


Der Ton fängt mit einem Marsch an.
Ein Marsch, aber aus welchem Land?
Welcher Beziehung hat dieser Mann zu diesem Marsch?
Es flackert.
Eine Unruhe ist zu sehen.
Er ist ein Teil dieses Flackerns.
Bewegt sich in eine Nicht Existenz.
Der Zuschauer bekommt Informationen, verflochten in
dieses flackern.
Er hört Radio.
Eine Frauenstimme.
Welche Sprache?
Zwei Frauenstimmen, fast im Dialog.
Man hört, dass sie Probleme aussprechen.
Ziemlich gefühlsbetonte Aussagen.
Ich weiß nicht ob der Zuschauer das Wort “Diktator” heraus hören kann. So würde er auch das Land erkennen können, um das es sich handelt. Man hört doch, wenn man einigermaßen Sprachkenntnisse hat, das es im Osteuropäischenraum sein muss.
Und ein Diktator.
Ein Hand, der sich öffnet.
Was kann das bedeuten?
Hört der Zuschauer das Wort “Romane” im Film.
Er ordnet seine Haare grob mit seiner Hand,
nicht vor dem Spiegel. Hat das was zu bedeuten?
Das Bild wird ab und zu unscharf.
Es passt vom Ausdruck her zum Ganzen, weil er das Leben nicht im Griff hat.
Er läuft zur einen Ecke.
Flackern begleitet ihm.
In der Ecke,
zur Ecke gerichtet.
Ecke.
Zur Ecke.
Ein sehr starker Gefühlsausdruck.
Dann zurück, aus dem Bild hinaus.
Der Ton löst sich von dem Marsch zu einem Lied.
Es klingt leichter.
Das Flackern ist inzwischen in einer niedrigeren Frequenz.
Die Kamera kommt ihn ran.
Die Sprache ändert sich zur Deutsch.
Jetzt darf der deutschsprachige Zuschauer,
wenn er konsentriert genug zuhört,
mehr verstehen.
das Volk hat gesiegt”.





#2
sing dich in sand geruch

Viele kennen sicher das Gefühl, in bestimmten Räumlichkeiten singen zu wollen. Auch wenn sie es sich selbst nicht erlaubt, glaube ich, dass dieses Gefühl bei jedem vorhanden ist. In einer Kathedrale, im Wald, bei einem Spaziergang, auf dem Dach eines Wolkenkratzer, wenn man spät am Abend die letzte Person im Büro ist, wenn der Wind die Stimme vom Mund wegschnappt, wenn sich die Gesänge durch ein Echo vervielfältigen – doch meist, wenn man allein ist.

Bei mir taucht dieses Gefühl immer wieder auf. wenn ich eine wildfremde Sprache höre.
Eine Sprache, von der ich kein einziges Wort verstehe, und mich von der Melodie der Sprache hin zu fremden Geographien verzaubern lasse. Immer wieder wenn ich auf der Straße oder im Bus, in einem Cafe oder Museum, Personen aus anderen Sprachräumen zu hören bekomme, passiert es, dass ich mich vergesse und ich mich auf einmal beim Versuch wiederfinde, eine Sprache nachzumachen.
So probiere ich, die Mundbewegungen und das Gefühl dazu im Mund und im Körper zu spüren.
Und ich bin oft fasziniert wenn ich denke, dass sie –die Fremden- dieses bestimmte Gefühl ihr Leben lang erleben.
Ein ähnliches Gefühl war das prägendste für mich im Raum #2.

Als ich das Video-Werk ’into the sun’ von Doug Aitken eintrat, war ich erstaunt; ich fühlte mich wie ein Tourist in einem fremden Land und schaute mich in einer schwebenden Art um.
Dabei war es sicher mitentscheidend, dass der Boden dieses Raumes mit Sand belegt war. Dieses Gefühl an den Füßen und Schritten entführte meine Phantasien im gleichen Moment in das Exotische.

Die vier Leinwände, die den Raum umgaben, verschluckten den Betrachter in diese andere Welt.
Der Betrachter hatte in keiner Position seinen Rücken frei, so war er in diesem Raum viel weniger ein Betrachter, sondern hatte viel mehr das Gefühl, in eine fremde Welt hineingezogen zu werden.


Bevor ich diese Videoinstallation betrat, hatte ich das Konzept dazu gelesen.
Doch als ich dann drinnen stand,
war es für mich sehr schnell ziemlich nebensächlich,
weil das Flair diese Raumes mit warmen,
bildhaften Projektionen,
auch unterstützt durch den Sand am Boden mich entführte.
Ich meine, dass dieser Raum weniger ein Thema bearbeitet, als vielmehr ein Raumerlebnis geschaffen hat, denn man verlor sehr schnell das Gefühl ein Betrachter zu sein.
Dies empfinde ich als die Stärke dieses Werkes.



Mein Film zu diesem Raum beginnt mit einem Auge auf der Leinwand.
Das Auge wirkt in Relation zu meiner Darstellerin sehr groß.
So ist die Auge,
auch wegen der Sättigung der Farbe und der groben Körnigkeit eher wie ein Gemälde,
als ein Projektion.

Sehr entscheidend an meiner Verfilmung dieses Raumes ist das Thema von waagerecht, senkrecht und schräg.
Damit verbinde ich die Idee,
dass ich mit der Schrägstellung der horizontalen Linie zwischen Wand und Boden,
meinen Gefühl entspreche, den realen Alltag verlassen zu haben.
Denn meine Empfindung dieses Raumes entspricht dem Empfinden eines Touristen(!).
Dies will ich mit unterschiedlichen Winkeln gekippte Kamera zum Ausdruck bringen.
Die in unterschiedlichen Winkeln gekippte Stellung der Kamera ist, meine ich, deine Darstellung von Wahrnehmung, die das Leben nicht von der ernsten Seite begreift, sondern sich eine lockerer Art gönnen kann.

So habe ich auch am Ende des Films ein Lächeln mit eingebaut.
Ich reagiere auf den Raum mit einem Gesang,
von dem ich denke,
dass er dem Klang der Menschen in dieser Welt und dem Ablauf des Tages entsprechen könnte.
Ein Gesang mit Wörtern und Sätzen,
die ich nicht kenne,
und meine sie mal in mein Gedächtnis aufgenommen zu haben.

Die Geräusche des Videowerkes habe ich, obwohl ich sie manchmal auch störend empfand, nicht ausgeblendet. Wie auch die nicht harmonischen Stellen in meinem improvisierten Gesang. Beides fand ich sehr passend in der Begegnung dieser Kultur, dieses Land und seiner Menschen.
Ich meine, dass man von den Menschenabbildungen auf den Leinwänden, den Kulturraum mehr oder weniger erahnen kann.

Um das Gefühl des Bodenbelags auszudrücken, hat die Darstellerin ihre Sandalen ausgezogen. Sie sollte mit ihren Füße schleifend im Sand laufen. Um dies noch zu verstärken, wollte ich, dass sie mit dem Sand spielt, ihn in die Hand nimmt und zu Boden rieseln lässt.
Ich hoffe, dass der Zuschauer, wenn er es nicht empfindet, es doch zumindest sehen kann.





#3
urlauten lauten gesänge

Es herrscht ein Polarität im Raum.
Schwarz und Weiß.
Man und Frau.
Die Gegensätze sind nicht miteinander,
sondern gegeneinander.
Mann, mit Zuschauern in weißen Hemden;
Frau, eine schwarze Gestalt ohne Zuschauer.
Mann, singt ein religiöses Lied;
Frau, kann sich nur mit primitiven Urlauten zum Ausdruck bringen.
Gesang des Mannes wird mit Applaus der Männer in weißen Hemden bestätigt,
Ausdruck der Frau ist trotz der Tiefe ihres Blick unbeschützt,
ungeschützt.

Die Aufteilung der Nutzung des Raumes für das Videowerk von Shirin Neshat, überstimmt sehr dem Konzept ’Polarität’. Wenn der Zuschauer in den Raum eintritt, hat er auf der Wand auf die er stößt nicht zu sehe. Doch links und rechts. Die Projektionswände stehen sich gegenüber. Auf der linken Wand ist der Mann mit seinen Zuschauern hinter ihm, auf der rechtern die Frau mit leeren Sitzplätzen. Die beiden Geschlechter dieser Gesellschaft sind von der Künstlerin in einen Dialog gesetzt worden. Mein Ziel ist, dieser Polarität auf dem Bildschirm zu erzeugen.

Wie gewöhnlich in Videoinstallationen muss der Eintritt der Zuschauer nicht den Anfang des laufenden Videos treffen. Aber das Video der Shirin Neshat hat ein deutlichen Anfang. Für meine Arbeit habe ich gleichen ehrzählerischen Aufbau gewählt.
Turbulent ist der Titel des Werkes. Auf der linken Wand ist der Titel im lateinischen Alphabet geschrieben, auf er wo die Frau erscheinen wird, in einem anderen Alphabet. Sie kommen zeitlich parallel auf die gegenüberstehenden Projektionswände. So ahnt man den Kulturraum des Videowerkes.

Die erste Frage, die ich mir bei meiner Übersetzung des Videos stellte war, wie ich die Polarität dieses Raumes darstellen sollte. Wie die gegeneinander stehenden Projektionswände, aber auch die Synchronität und die Art von Gegensätzlichkeit auf der das Konzept beruht.
Es wäre möglich den Raum auf dem Bildschirm in einer Perspektive abzubilden, und die parallel laufenden Projektionen miteinzubeziehen.
Das war keine Lösung, da dies Bild mir viel zu formal schien.
Mir war die Inhaltliche Polarität darzustellen viel wichtiger.
Inzwischen hatte ich es auch bemerkt, dass unsere visuelle Wahrnehmungen sowieso für die Filmsprache geschult war. Wir neigen dazu die nacheinander kommenden Bilder in einem Dialog wahrzunehmen. In vielen Spielfilmen sehen wir oft am Anfang, zwei Personen kommunizieren, aber dann ist es häufig, dass die einzelnen Personen in die Kamera sprechen oder zu einem, der neben der Kamera sitzen mag.
So habe ich mich entschlossen, die zwei Aufnahmestellungen ineinander zu drängen.
Dies sind Kamerastellungen die mit gleicher Distanz und Winkel auf die gegenüberliegenden Wände gerichtet sind. Im ersten Teil, wo der Mann seinen Gesang ausübet, soll die Aufnahme auf diese Wand dominieren. Im zweiten Teil, wo die Frau mit ihren Lauten sich ausdrückt, die andere Stellung. So gebe ich den zwei Teilen, entsprechend mal dem einen und mal dem anderen die Hauptrolle.

Der Film fängt an mit der Darstellung des Saales. Es ist auf beiden Seiten der gleiche Saal, einmal besetzt mit Zuschauern, Publikum des Sängers, und einmal ohne Zuschauer, der Saal in dem die Frau auftreten wird. Diese zwei Bilder sind nacheinander geschnitten. Um den Anfang zu definieren, dass es mit dem Saal mit Zuschauern anfangen wird, ist das erste noch mal auf der dritte Reihe noch mal reingeschnitten.

Dann kommt man zu dem Publikum ran, oder zu den zuschauerfreien Plätzen. So hat man die Möglichkeit die Zuschauer von nahe zu betrachten, und ein Gefühl für den menschenfreien Raum zu entwickeln. Dies ist, meine ich eine dramaturgische Entscheidung des Videokünstlers gewesen, die ich in meine Arbeit mit einbezogen habe.

Der Mann fängt an zu singen. Ein religiöses Lied. In dieser Darstellung stellt für mich die Religiosität ein höher entwickeltes Niveau der Auseinendersetzung mit dem Leben. Dar ich meine, dadurch dass die Männer in weißen Hemden dargestellt sind, wird die Wahrnehmung in diese Richtung geleitet. Die Videokünstlerin bewertet den Mann und seine Position nicht.

Nach dem der Mann den Raum betritt, tritt auch die Frau ein. Die Frau ist eine dunkle Gestalt. Diese Frau ist für mich ein Symbol für die Frauen in der gleichen gesellschaftlichen Position. Das will ich bei meiner Übersetzung verdeutlichen. So kommt noch eine dunkle Gestalt, der Schatten der Tänzerin, in das Bild rein. Der Mann singt. Und noch eine Gestallt. Die Tänzerin kommt rein. Diese Frauengestalten werden im Laufe meines Films mit Überblendungen sich vermehren. Wie die Videokünstlerin von vielen Frauen eine genommen hat und in ihrem Video als Symbol darstellt, löse ich diese Symbol als Betrachter diese Raumes wieder auf, und mache mehrere Frauen aus einer Frau.


Er singt weiter.
Dieser Gesang berührt mich.
Aber ich bin irgendwie skeptisch über die Beziehung zwischen ihm und seinem Gesang.
Er klingt sehr innig, und ich glaube, dass er den Inhalt des Lieder sehr gut übersetzt.
Doch habe ich meine Probleme darin, wie diese Niveau der Weltanschauung ohne den Anteil der Frau zustande kommt. Es sollte auch nicht schwer, dieses Gefühl in diesem Raum zu entdecken. Auch wenn man fasziniert ist von dem Gesang des Mannes, und wie die Zuschauer in weiß ihn bestätigen, sollte die Frau auf der gegenüberstehenden Leinwand, das Wahrnehmen des Liedes nicht freilassen.


Wen auch nicht die fehlende Frauen im Raum, zumindest die Frage, warum die Frau als eine dunkle Gestallt dargestellt ist. Was der Grund dafür sein mag. Ob dies die dunkle Frau ist, oder die Frau im dunklen.
Wie gesagt bin ich skeptisch ihm gegenüber und deswegen fokussiere ich mit der Kamera auf seinen Mund.
Ich will sehen wie er singt.
Ich eliminiere in meiner Wahrnehmung die ihm bestätigenden Zuschauer.
Meine Wahrnehmung ist mein Film.
Ich eliminiere das sein Gesicht,
und fokussiere auf seinen Mund,
um die Wahrheit zu sehen.
Ist die weiße Art, die er von den Gesang übernimmt und mimt auch echt?
...
Er ist nicht synchron.

In dem Werk des Videokünstlers ist von der Frau sehr wenig zu sehen. Ich probiere auch dies, um meine Empfindungen und Wahrnehmungen zu übersetzen, von der puren Art des Videos zu lösen. Ich baue mein Rankommen an die Frau in dieser Gesellschaft in mein Video mit ein. Die Tänzerin hört dem Liede des Mannes zu, sie lässt sich ein, auf die spirituelle Ebene im Dialog, hat eine Gebetshaltung, und äußert sich in sich. Sie hat für ihre Äuserungen nur den Raum ihrerselbst.
Ihr Gesicht wird gesehen. Sie ist in Dialog mit...
Ihr Gesicht wird geschliffen, mit dunklen.
Ihr Gesicht wird geschliffen, mit hell.
Das ist Leben.

Der Gesang des Mannes kommt zu Ende, ihm wird applaudiert.
In der Überblendung bekommt man ’sie’ zu hören.
Sie, in urmenschlichen, animalischen Lauten.
In Ausdrücken, die nicht entwickelt sind wie die, des Mannes.

Eine Sprache, die kaum verständlich ist.
Aber die, für diejenigen die es verstehen wollen, und sensibel hinhören, vieles zum Ausdruck bringen kann.


Eine Kraft, die von innen raus drängt.
Eine Kraft, die trotz allem ihren Raum zum Ausdruck sucht.
Laute, die stark auseinanderliegende Gefühlssituationen zum Ausdruck bringen,
die sich aber in nicht mehr,
als in Geschrei verwandeln können.

Die Künstlerin hatte die unterschiedlichen Laute nacheinander gesetzt, ich finde sie gehören auch aufeinander.
Laute von Frauen , statt einer Frau sind viel chaotischer.
So habe ich auch die Möglichkeit gefunden, das Gefühl von Turbulent zu stärken.

Die Bewegung der Tänzerin ist die Verkörperung der Spannung der Seele.
Der Ballast der Seele, dem Körper zu eng wird.
Die Hände sind die mitschreiende Organe, die Gegenüber sucht.
Der Mann ist in diesem Teil als ein Betrachter mit eingebaut.
Ein Betrachter mit einem bestimmten Blick,
den jeder selbst interpretieren soll.






#4
zukunft hygen schmerzt allein

Das ist der Raum,
der mich meine Fußsohlen
bei jedem Schritt hören ließ.
Ich bin in das Werk rein,
und hörte als Ton
dominierend meine Fußsohlen.
Zu diesem Raum mit Gesang reagieren zu wollen,
wäre nur unter Drogen möglich.
Ich war stumm.
Ich war allein
und es war kalt.

Ich war mehrfach ineinander gefangen.
In einem Raum im Raum.
In eine Enge in dieser Raum.
In meinem eigenen Drehen.
Da waren Menschen,
alle fremd.
Auch wenn sie lächelten.
Alles war fremd,
doch war ich mittendrin.

Wollte das Bild von einem Mädchen mir Nähe schenken?
Es hat meinen Blick gefangen.
Doch auch sie war ’kalt’.


Ich näherte mich zu den Menschen
auf den Bildschirmen, sie stießen mich ab.
So habe weiter gesucht.

Alles war steril.
Alles war hygen.

Zu hygienisch.

Die Klänge,

die Bilder,

alles geruchlos.

Alles hart.

Ich musste an Zukunft denken.

Es war Schmerz.




Bildschirme der Videoinstallation gehen in den Ausschnitt meines Filmes rein und raus.

Sie gehen von rechts rein und links raus.

Ich drehe mich nach rechts.

Die Bildschirme gehen von links rein und rechts raus.

Ich drehe mich nach links.

Zwischendrin pendele ich auf einem Bildschirm,
wo mein Blick
bei dem Mädchen hängen bleibt.




Der Film über Raum #4 wird überwiegend durch die Kameraführung übersetzt.
Ich habe mit Schnittentscheidungen sehr wenig dazu gefügt.
Außer das ich Geschwindigkeiten in ein paar Szenen
erhöht habe
und so das Zukunftsgefühl
probiert habe zu erzeugen.
Der Ton hat dies begleitet.
So habe ich entdeckt,
dass man mit Veränderung der Geschwindigkeit
einen sehr starken Einfluss auf den Ton haben kann.
Weil man die Grundmaterial benutz,
verliert man die Beziehung zum Grundton nicht
-ein ziemlich wichtiger Vorteil, weil man im Ton das Zusammenspiel sehr schnell verlieren kann-

An ein paar Stellen habe ich
den gleichen Ton
in unterschiedlichen Geschwindigkeiten benutzt
und meine,
das sie sehr gut zusammen gewirkt haben.




Die dynamische Kameraführung ist meiner Meinung nach
Das, was die Essenz dieses Raumes wiedergibt.




Den Verlust an einem sicheren Raumgefühl.
Man weiß,
dass man in einem Raum ist,
der mit Bildschirmen umgeben ist.
Mit der Eigenschaft der Bewegung,
die die Kamera übernimmt,
erlebt man einen starken Verlust an Raumgefühl.
Man verliert sich selbst.
Wenn die Darstellerin im Bildschirm auftaucht
wird es doppelt so irritierend.
Weil man sie unerwarteter Weiße aus Kniehöhe filmt.
Dann zoomt die Kamera auf einen der Bildschirmen in dem Raum,
wo ein Frau von oben gefilmt ist.
M. C. Escher!
Raum?
Unten - oben ?

Dann taucht der Unruhe auf.
Der Ton wird unruhig bis aggressiv.
Die Bewegungen der Kamera unterstützen es.
Die Geborgenheit war sowieso nicht zu fühlen.

Jetzt,
wandelt sie sich
zu einer aggressiven Suche.

Irgendwo sollte man hängen bleiben können.
Sich ausruhen.
Man lässt sich zur einen Bildschirm ein.
Es wird heller.
Der Ton wird beruhigt sich.
Man kommt dem Bild näher.

Es wird heller.

Der Ton
löst
sich
von der Unruhe.

Das
Bild
taucht
in das
Weiß.

Der Ton
begleitet
die Suche
in das
ferne
Sichere.
Durch
das
Weiß
zu
dem
sich
hinter
ihm
ausweitendem
Nichts


Nichts




Nichts







Nichts


#5
black rhythm world

Türlü. Das ist ein Gericht in der Türkei. Ein Gemüseessen wo alle möglichen Gemüse zusammen gekocht werden. Als ich in den Raum von Marcel Odenbach eintrat, hatte ich das Gefühl von Türlü. Alles was ineinander und übereinander verflochten war, ging um Rhythm. Rhythmen der Afrika. Rhythm im MTV. Rhythm, der sich als Zeichen dieser Kultur der ganzen Welt darstellt, und eine Schwingung auslöst.
Ich wollte mit tanzen.







E. Schlussfolgerungen


*Weil das ein Projekt ist den ich unter Experiment einordne, sollte auch nachvollziehbar sein, dass mein Resume viel gewichtiger ist als der Arbeit selbst. So meine ich, mein Grundgefühl für das Medium aufgebaut zu haben. Erkennungen zum vergessen, die in den kommenden Arbeiten von selbst auftauchen werden sollen.

*Film und Raum in Beziehung mit der Zeit
Wie der Mensch mit einer Beziehung von Zeit und Raum umgeht ist sicher nicht das Gleiche wie in der Beziehung zwischen Zeit und Film. Mit der Kraft von “Raumschaffen” verfolgt man sozusagen den Menschlichen eine Verewigung zu schenken. Die Lebens-Zeit eines Bauwerks hat in Relation zu einem Menschensleben eine übergreifende Dauer. Wenn man mit Architektur arbeitet löst man sich grundsätzlich vom Zwang der Zeit. Beim Ablauf eines Film ist die Zeit unheimlich stark in Spiel. Man hat als Grundmuster des Films die Zeit. Und man bewegt sich auf diesem Muster, trifft abhängig von diesem Muster die Entscheidungen.
In der Architektur wirkt sich dieser Muster hingegen viel stärker in der Dreidimensionalität aus.



Welche Anstöße für das Denken des Betrachters sollten sich ergeben?
Was hat sich für dich aus diesen Projekt als Konsequenz für Zukünftige Arbeiten ergeben?
Welche Strategien?
Was würdest du heute anders machen?

+++++
Analyse der Elemente von Filmbildern
Ein Filmbild entsteht grundsätzlich aus zwei Elementen. Dies sind die Parteien+++ die bewegt sind und die Parteien die unbeweglich sind.
Während die Bilder sich bewegen, und eine ständige Veränderung auf der Projektionsfläche zu betrachten ist, sind sämtliche Flächen für eine relativ längere Zeit unbeweglich. das ist oft die Architektur oder die Bühne in den der Handlung statt findet.
Man kann die Bildelemente auch abhängig davon zur zwei teilen, ob sie lebend sind oder nicht. Das ist was ich bei Bildanalyse bevorziehen wollen würde. Das heißt ich würde bei meiner Wahrnehmung den Mensch, und das Tier als bevorzugte Teile eines Bildaufbaues bezeichnen.

Ob die Stellung der Kamera parallel zur Erdoberfläche ist, oder nicht ist ziemlich entscheidend für den Bildern die Entstehen. Die Projektionen von den Aufnahmen werden immer von den Menschen betrachtet die, die Erdziehungskraft der Erde von ihre Lebensanfang her kennen, die damit ihre Lebensvokabular aufgebaut haben, und die alles mit diese Basicwissen wahrnehmen werden.

Wenn man filmt, sollte man davon ausgehen, dass es ähnliche Funktion hat wie die Augen einer Betrachter. Und die parallele Einstellung der Kamera zur der Erdoberfläche, hat eine sehr wichtige Wert.

Natürlich kann man diese Eigenschaft von der Wahrnehmer, als ein Täuschungsweg oder versteigerndes Erlebnis benutzen. Oder man sollte auch viel mehr damit anfangen können. Doch muß man sehr klar sein, daß die Parallelität der Objektiv ein sehr starke Element ist.

Man könnte unterschiedlichste Filmer, Filmepisoden, Filmerlebnissen unter dieser Betrachtung analysieren und die Wirkungen in der Gefühlsebene forschen.
Boden“ wäre hier der Stichwort.
Parallelität und zur Boden (Erde) oder zur Erdziehungskraft.

Das sind zwei ziemlich starke Linien die noch den Wahrnehmung des durchschnittlichen Menschen ausmacht.
Natürlich ist es die Frage, wie diese beide ziemlich unsichtbare Linien sich in Wahrnehmung der Zukunftsmensch weiter entwickeln wird.
Aber ich bin in der Meinung, obwohl der Mensch viele Naturlinien wie die Sonnenaufgang und -untergang ziemlich verloren hat, ist die von mir genanten Linien immer noch ziemlich stark in unseren Leben.
Archaische Menschen ...
Wie es mit Virtual Reality und Zukuftsleben ...
Balance von Gehirn und Ohr ....
Schwanz und Bart von Katzen....
Was für ein Bedeutung hat der Fuß?
Fuß, auf was das Körper sich tragen läßt? Das die Balletzänzer auf den Fußspitzen ihr Balance halten können ist ein ziemlich starkes Bild. Es lässt sich auch ziemlich oft von den Zuschauern bewundern?
Unterschiedlichste Körperteile in Beziehung mit der Boden?

Wie nützen die Regiseure diese Starke Wahrnehmumgselement der Menschen in ihren Filmen aus.
Wie ist es in den surrealen oder sciencefiction Filmen?
Wie ist es in den Werbungen oder Music Videos?
oder in den Werken von Videokünstlern?

Die Teilnahme der Kamera in Ablauf der Handlung. Der Kamera kann als eine invisible Teilnehmer die das Ganze betrachtet in der Ablauf und Film teilnehmen. Aber er kann kann auch als eine der in den Handlung teilnehmenden Figuren sich in den Film bewegen.
Dies hat den Folgen, daß der Zuschauer sich in den Film als ausenstehender Betrachter wahrnimmt, oder daß er sich als eine der Figuren in den Film bewegt. Der Blickwinckel und der Bewegungsablauf der Kamera kann den Zuschauer als einer der Darsteller in den Handlung in das Film reinintegrieren.

Die Kameraführung in den Filmen den man unter Dogma einordnet, oder auch andere Filme wo die Stellung und Bewegung der Kamera weniger stabil sind, bringen den Zuschauer in eine andere Art von Wahrnehmung, und Teilnahme an der Film.
Die Kamerastellung und Führung kann man in der Art von Kopfstellung und Führung leiten. So wandelt der Optik des Kameras zur Augen der Betrachter, und das Gefühl für die




Diese Stellung von Kamera würde ich auch für die Wahrnehmung eines sich nicht wagrecht haltenden Menschen benutzen. Der nicht stabil im leben steht, sondern in eine gekippt sein, sein Stabilität findet. z.B. die Wahrnehmung der Straßenmenschen, die in einer Rucksack an einer Mauer aufwacht und wie er bis er aufrecht steht, die am Morgen zum Arbeit gehenden Menschen von unten, in halb liegen halb sitzende Position, in unterschiedlichen Winkeln wahrnimmt.